Briefchen an die @Ennomane

Warum wir in Deutschland eine bessere Netzdebatte brauchen

Lieber Enno Park,

also, auf die Sache mit der schwarzen Kerze hätten wir natürlich selber kommen müssen ;) Danke für eine besonders ausführliche Besprechung unseres Buches und für die amüsante Verarsche unseres gelegentlichen Apokalyptiker-Tons (Na gut, auf dem Buchcover…. ). Ist angekommen.

Aber trotzdem: Merkwürdig! Wenn man die Satire mal weglässt, dann bleibt ja übrig, dass „das Internet“ vor uns zwei Buchautoren in Schutz genommen werden muss. Na, ist ja vielleicht nötig. Aber die Besprechung geht etwas … errm, locker damit um, was denn eigentlich in unserem Buch steht und was nicht. Das ist nicht ganz in Ordnung.

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“Da kann man sowieso nichts machen!”

Hilflos oder einfach faul? Die deutsche Internetpolitik. Ein Auszug aus Kapitel 8

Da sind sie sich dann wirklich mal einig. Das Internet? Beaufsichtigen? Regulieren? Steuern? Von Deutschland aus?

»National zu regulieren, damit der Bürger sich sicher fühlt, dieser Anspruch läuft gerade im Internet oft ins Leere«, sagt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

»Die Grenzen zwischen früherer Innen- und früherer Außenpolitik verschwimmen«, sagt der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

»Nationale Alleingänge sind bei diesem globalen Medium zum Scheitern verurteilt«, sagt der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion Michael Kretschmer (CDU).

Dabei bestimmt in der Digitalpolitik wie in allen anderen politischen Fragen auch der Einzelfall, ob sich Probleme national regeln lassen oder nicht.

Da ist die Internetpolitik nicht anders als beispielsweise die Umweltpolitik, und tatsächlich hilft ein Vergleich mit 1980, dem Gründungsjahr der Partei »Die Grünen«. Damals, als die Kosten der Industrialisierung, der Raubbau an der Natur nicht mehr zu übersehen waren, wuchs die Überzeugung: Wir brauchen eine Umweltpolitik. Die Industrie wird es alleine nicht schaffen, ihren Rohstoffhunger und ihre zerstörerischen Nebenwirkungen von sich aus zu verringern. Gab es Vorbilder für so eine Politik? Fertige Lösungen? Konnten Politiker abschätzen, was einzelne Regeln und Grenzwerte und Verbo- te für Folgen für Wirtschaft, Natur und Gesellschaft haben würden? Nein, das konnte niemand. Seither pflastern Versuch und Irrtum den Weg der Umweltpolitik, in der es endgültige Lösungen nie gegeben hat, nur das ständige Streben nach politischen Rahmenbedingungen, die die Schäden am Ökosystem Erde begrenzen.

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… drei zusätzliche Termine zur Buchtour:

Kiel, Mittwoch, 23.11, 19:30 Uhr:

Die Zeitbombe platzt – und wo bleibt die Polizei?

Bei der Friedrich-Naumann-Stiftung in Kiel. Mit Carsten Ripke, Cyberfahnder bei der Polizei Schleswig-Holstein, Thomas Fischermann und Götz Hamann. Moderation: Jöran Muuß-Merholz.

Hier sind die Infos 

Stadthagen, 30.11., 19 Uhr:

Private Freiheit und öffentliche Sicherheit in der vernetzten Gesellschaft

Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Niedersachsen. Mit dem Internet-Aktivisten Jens Best, dem Datenschutzbeauftragen Joachim Wahlbrink und dem Zeitbomber Fischermann.

Hier sind die Details

 

Berlin, 1. Dezember, 18 Uhr:

Das freie Netz – ein schöner Traum von gestern?

Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin. U.a. mit Viktor Mayer-Schönberger (Oxford Internet Institute), Constanze Kurz (Chaos Computer-Club), Lars Klingbeil (SPD) und Zeitbomber Hamann.

Hier sind die Infos

Wenn das Smartphone dolmetscht

Supercomputer weit draußen im Netz steuern die Datendienste in unseren Handys – Auszug aus dem Kapitel 5

Eric Schmidt, der langjährige Chef des Internetkonzerns Google, ist im August 2010 zu einem Kurzbesuch nach Berlin geflogen. Er will eine Rede auf der Internationalen Funkausstellung halten. Als der 56-Jährige auf die Bühne tritt, sieht er aus wie immer: Er trägt einen blauen Anzug, eine dazu pas- sende blaue Seidenkrawatte, ein weißes Hemd – und braune Slipper. Seine Stimme lässt keine tiefen Gefühle erahnen, er schaltet sein Lächeln in Intervallen ein, als stünde es so im Redemanuskript.

Er zählt die einzelnen Punkte der IT-Revolution an den Fingern ab – damit er bloß keinen vergisst, und so eine Rede würde normalerweise keine Erinnerung hinterlassen. Schmidt sagt Sätze wie: »Wir stehen am Anfang eines humaneren Zeitalters, in dem Computer die Dinge machen, die wir wirklich wollen, was letztlich bedeutet, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.«

So weit, so wolkig. Aber dann tritt der Google-Entwicklungsingenieur Hugo Barra auf die Bühne. »Wir haben in den vergangenen Jahren viel an der Spracherkennung gearbeitet«, beginnt Barra, reibt sich die Hände und sagt dann, er wolle etwas zeigen, was noch niemandem gelungen sei.

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